Tauchen

4 Die Tauchgangsplanung erläutert wie ein Tauchgang geplant, analysiert, vorbereitet und durchgeführt wird.
Ein Taucher sollte vor jedem Tauchgang eine Planung und Vorbereitung des Tauchgangs machen und das Riskio bewerten. Anbei befinden sich Tipps für Taucher, Gruppenführer oder Organisatoren eines Tauchgangs in Theorie und Praxis. Am Ende sind verschiedene Checklisten für die Planung, Vorbereitung und Durchführung eines Tauchgans enthalten.

01 Gasgesetze
02 Wahrnehmung
03 Tauchgangsberechnung
04 Tauchgangsplanung
05 Nitrox
06 Gerätekunde
07 Tauchmedizin

4. Tauchgangsplanung

4.1 Theorie zur Tauchgangs-Planung

4.1.1 Grundregeln der Tauchgangs-Planung

Folgende Grundregeln sollten bei jedem Tauchgang und jeder Tauchgangsplanung beachtet werden:

  • Gesundheit und Wohlbefinden beachten, z.B. bei Erkältungen oder Bedenken. Im Zweifelsfall nicht tauchen.
  • Nur mir vollständiger und ordnungsgemäßer Ausrüstung tauchen. Druckstellen durch Tauchanzug vermeiden).
  • Tauchgänge voraus planen.
  • Wiederholungs-Tauchgänge kürzer und flacher planen als Erst-Tauchgänge.
  • Oberflächenintervall mind. 2-3 Stunden.
  • Wetter, Strömung (Richtung, Stärke) berücksichtigen (ggf. Plan-B, falls geplante Strömung nicht eintritt).
  • Größte Tiefe zu Beginn des Tauchgangs.
  • Anstrengungen in der Tiefe vermeiden.
  • Unterkühlung vermeiden.
  • Aufstiegsgeschwindigkeiten einhalten (auch während des Tauchgangs).
  • Aufstiegsgeschwindigkeit in der Nähe der Oberfläche reduzieren.
  • Erst Apnoetauchgänge (*1), dann Gerätetauchen, nicht umgekehrt.
  • Zwischen 2 Tauchgängen kein Apnoetauchen (*1).

Anm: (*1) Schnorcheln mit runtertauchen entspricht Apnoetauchen

4.1.2 Elemente der Tauchgangs-Planung

  • Tauchgebiet
    • Tauchverbote, Tauchgenehmigungen, Besondere Ausrüstung benötigt
    • Einstieg (wo, Art, Anfahrt, abseilen/reinlaufen, …)
    • Besonderheiten des Tauchspots (max. Tiefe, Gezeiten, Strömungen, Gefahrenpunkte, Sicht, Dunkelheit, Highlights, …)
    • Benötigte Ausrüstung (Lampen, Boje, Reel, …)
    • Infrastruktur (Anfahrt, Umziehen, Telefon, Essen/Trinken, …)
  • Risikoanalyse
    • Externe Faktoren aus Tauchgebiet (Strömung, Kälte, …)
    • Interne Faktoren aus Taucher-Gruppe (Qualifikation, Erfahrung, Equipment, …)
    • Allgemeine Faktoren (Temperaturverlust, ...)
  • Notfall-Organisation
    • Tauchvorhaben zu Hause mitteilen
    • Ort des Tauchganges, Anfahrts-/Rettungswege, Rettungspunkt(e)
    • Nächstes Telefon, Technik (z.B. Funk) und Sprache beherrschen
    • Telefonnummern
    • Notsignale und Rettungsmittel beherrschen
    • Sicherungs-Person, Sicherungs-Gruppe, Notfall- und Sicherungs-Ausrüstung
  • Tauchgangsplanung
  • Ausrüstung
    • Nur mit kompletter Ausrüstung tauchen
    • Funktionsfähigkeit, Sicherungsmittel (Leine, Lampe, Boje) prüfen
    • Keine Extremtauchgänge mit unbekannter Ausrüstung
  • Tauchpartner
    • Qualifikation, Erfahrung, Tauglichkeit, körperliche/geistige Fitness
  • Briefing
    Siehe auch Checkliste Tauchgangs-Briefing.
  • Vor dem Tauchgang
    • Check eigene Ausrüstung (Flasche aufgedreht, Atemregler, Jacket (Ventile, Gurte, Luft drin?), Blei, ABC, …)
    • Partner-Check (siehe oben + wie geht das Equipment des Partners)
    • Check Position und Orientierung (Himmelrichtung, Tiefenprofil, Sonnenstand, usw.)
    • Bereit machen (Maske auf, Atemregler in den Mund, …)

4.1.3 Vorgehen bei der Risiko-Analyse

4.1.3.1 Risiko-Analyse

WARUM?

  • Nur wer die Risiken richtig einschätzt kann sie auch entsprechend kontrollieren.
  • Gerade wenn man bei einem Tauchgang Verantwortung für andere übernimmt (Vereinsausfahrt) ist es wichtig sicherzugehen, dass man alle Gefahren bedacht hat.
  • Eine Risikoanalyse schärft den Blick für Gefahren im Allgemeinen und lenkt, weil man sich mit der Thematik intensiv auseinandersetzt, den Blick auch auf Dinge, die gerne übersehen werden.

Schritt

Aufgabe

Schritt 1

Suche und erkenne die Gefahrenpunkte.

Schritt 2

Entscheide, wer/was geschädigt werden und wie dies geschehen könnte.

Schritt 3

Schätze die Risiken ab und entscheide, ob bestehende Vorkehrungen ausreichen oder ob mehr gemacht werden sollte.

Schritt 4

Leite daraus einen Risiko Management Plan (RMP) ab und halte ihn schriftlich fest.

Schritt 5

Überprüfe die Einschätzungen und überarbeite den Risiko Management Plan gegebenenfalls.

4.1.3.2 Risiko-Faktoren der Tauch-Location

  • Kälte
  • Tiefe
  • Dunkelheit
  • Strömung
  • TG-Länge
  • Scharfe Kanten
  • Netze
  • Instabile Aufbauten
  • Kompass-Abweichung
  • Freie Dekomprimierung
  • Hoher Wellengang

4.2 Tauchgangs-Planung in der Praxis

4.2.1 Tauchgebiet analysieren

4.2.2 Risikofaktoren ermitteln und abschätzen

4.2.3 Tauchgang berechnen

4.2.3.1 Berechnung des Luft-Vorrates

4.2.3.1.1 Ziele definieren

Beispiel: Es soll ein Wrack auf 30m betaucht werden.

4.2.3.1.2 Luftvorrat ermitteln

Formel Luftvorrat

Beispiel 12 Liter-Tank, 200 bar:
12 l * 200 bar = 2400 bar l
12 l * 150 bar = 1800 bar l ➡ diese stehen für den Tauchgang zur Verfügung.

4.2.3.1.3 AMV: Atemminutenvolumen festlegen

Das ist der Luftverbrauch pro Minute. Dieser liegt zwischen:

AMV

Tauchgangsbedingungen

150 l/min

bei starker Anstrengung

25 l/min

Durchschnittliches AMV zur Tauchgangs-Berechnung

6-10 l/min

gut trainierter Taucher in gewohnter Umgebung

Sofern Personen mit einem höheren AMV teilnehmen, sind diese zu berücksichtigen. Bei stärkeren Anstrengungen (Strömung, Kälte, Aufregung) ist mit einem höheren AMV zu rechnen. Bei Anstrengung ist 50% zur Grundzeit hinzuzurechnen (z.B. 10 min + 5 min = 15 min).

4.2.3.1.4 Tauchgangsprofil berechnen

Frage 1: Luftverbrauch in der maximalen Tiefe:

Formel Luftverbrauch pro Minute

Frage 2: Wie lange reicht diese Luft in der maximalen Tiefe:

Beispiel: 30m Tiefe: 25 l/min * 4 bar = 100 bar l / min
Antwort: 1800 barl / 100 barl/min = 18 min
Achtung: Diese Zeit ist noch ohne Abtauchzeit, Auftauchzeiten und ohne Dekozeiten !!!!

Frage 3: Welche Ab-, Aufstiegs und Dekozeiten sind einzurechnen:

Abstiegszeit: 2 min (bei schwächeren Teilnehmern 3 min)
Aufstiegszeit: 3 min (< 10 m pro min, falls vorsichtiger 4 min)
Sicherheits-Stopp: 3 min
Das ergibt eine Grundzeit von 18 min – 7 min Aufstieg = 11 min Grundzeit (inkl. Abstieg)
Zeit am Wrack: 11 min – 2 min Abstiegszeit = 9 min

Besonderheiten zur Tauchgangs-Planung:

  • Die Abtauchzeit wird zur Sicherheit wie die Grundzeit behandelt.
    (Das schließt damit auch alle Taucher ein, die "wie ein Stein" abtauchen.)
  • Leichte Anstrengung: nehme nächste Zeitstufe in der Dekotabelle, (z.B. F).
  • Massive Anstengung: 50% zur Grundzeit hinzuzählen (z.B. 10min + 5min = 15min).
  • Ist die Zeitdifferenz zwischen 2 Tauchgängen kleiner 15 min, so zählt der aktuelle Tauchgang noch zum vorhergehenden Tauchgang, als wäre er nicht unterbrochen worden.

4.3 Checklisten zur Tauchgangsplanung

4.3.1 Checkliste: Vor dem Urlaub

  • Gesundheit: Tauchtauglichkeit / Tauchtauglichkeits-Untersuchung
  • Ausrüstung:
    • Vollständig und im guten Zustand
    • Batterien/Akkus prüfen (Tauchcomputer, Lampen, Kamera, usw.)
    • Dichtungen, Atemregeler prüfen. Atemregeler ggf. warten lassen
    • Brillen-/Flossenbänder prüfen
    • Ersatzteile prüfen (Brillen-/Flossenbänder, Batterien, Akkus, O-Ringe, usw.)
    • ISO-/DIN-Adapter vorhanden?
    • Tauchtasche/Koffer OK?
    • Wird eine Flaschenfüllung benötigt?
  • Versicherungen, DAN, usw.
  • Urlaubs-/Tauchziel(e):
    • Notrufnummer(n) Telefon (z.B. 17 in Frankreich, usw.)
    • Dekokammer(n) (gibt es eine?, wo?, wie weit?, Kontaktdaten?)
    • Bestimmungen zum Tauchgepäck (Kosten, Gewicht, Beschränkungen)
    • Regionale Bestimmungen
    • Regionale Normen (ISO-/DIN-Adapter benötigt?)
  • Tauch-Orte/Tauchbasen
    • Welche? (Name, Kontaktdaten)
    • Angebote, Transfer, Kosten?
    • Macht es Sinn Leistungen/Packages im Voraus zu buchen?
    • ggf. interessante Tauch-Spots recherchieren (z.B. Wracks)
    • ggf. Bewertungen prüfen

4.3.2 Checkliste: Packen

  • Ausrüstung:
    • Tauch-Ausrüstung
    • Technik: Tauch-Computer, Taucheruhr, Lampen, Kamera, Daten- und Ladekabel, usw.
    • Ersatzteile: (Brillen-/Flossenbänder, Batterien, Akkus, O-Ringe, usw.)
    • ggf. Tauchflaschen(n)?
  • Tauch-Brevet, Tauchtauglichkeits-Bescheinigung

4.3.3 Checkliste: Tauchgangs-Organisation

  • (in Arbeit)

4.3.4 Checkliste: Tauchgangs-Planung

  • (in Arbeit)

4.3.5 Checkliste: Tauchgangs-Vorbereitung

  • (in Arbeit)

4.3.6 Checkliste: Tauchgangs-Briefing

  • Gruppeneinteilung, Buddy-Teams(#1,#2,#3, ...)
  • Zweck des Tauchgangs
  • Allgemeine Verhaltensregeln
    • Buddy-Teams
    • Reihenfolge (hinter- bzw. nebeneinander), Abstände
    • Verhalten in Relation zum Dive-Guide
    • Max. Tauchtiefe (in m oder/und in Verhältnis zum Dive-Guide)
    • Max. Tauchzeit, Reserve (z.B. 50 bar)
    • Druck (fragen und) melden: 150 bar / 100 bar / 50 bar / (0 bar)
    • Verhalten in Notfällen
    • Verlieren (z.B. 2 min suchen, dann langsam auftauchen, umsehen)
    • Gruppenverhalten bei Notfällen bzw. Verlieren
    • Anfassen von Objekten, festhalten, (mitnehmen)
    • Grundberührung, Zerstörung, Sediment-Aufwirblung
    • Langsame Tiefenwechsel, Aufstiegszeiten
  • Handzeichen/Sonderzeichen
    • Druck fragen und melden (T:100 bar, 50 bar, 10 bar), Beispiele
    • OK (O:Hand, Kopf [Big-O]),
    • Problem (Ohr, Nase, …)
    • Keine Luft
    • Zusammen
    • Knien auf Grund, Kreis bilden
    • Hören, sehen
    • Rechts, links, Tiefe halten, auf-/auftauchen (Daumen), auf Grund gehen (ggf. Kreis bilden), ganz auftauchen, Tauchgang Ende (X), Sicherheits-Stopp (n Min/ m Meter)
    • Specials (Auf Flossenschlag achten, Achtung: Motorboot …)
    • Specials (Schildkröte, Feuerfisch, Muräne, Hai, Barrakuda, Stingray …)
  • Beschreibung des Gewässers
    • Tiefenprofil, max. Tiefe, Temperatur, Gezeiten, Strömungen, Seegang, …
    • Aufbau, Orientierung (Bodenbeschaffenheit, Tiefe, Himmelsrichtung [, Sonnenstand)
    • ggf. spezielle Ein- und Ausstiegspunkte
    • Gefahren des Tauch
  • Beschreibung des Sicherheits-Einrichtungen
    • Spezielle Sicherheits-Einrichtungen (z.B. Sicherungstaucher, Aufstiegsleine, Boje, 5 m-Leine, Zusatzflaschen, …)
    • Erläuterung der Verwendung (Austauchen, Verlieren, Luftmangel, … )
  • Beschreibung des Tauchgangs
    • Vorbereitungen: Check, Buddy-Check, Luft in Jacket
    • Einstieg (nacheinander/zusammen, vorwärts/rückwärts), OK-Zeichen, sammeln
    • Gruppe: gemeinsam abtauchen, Abtauchproblem (höher gehen), unten sammeln, Gruppenbildung am Grund, los-tauchen
    • Tauchgang (Richtungen [+Orientierung], Strömung, Profil (Tiefen), Highlights)
    • [Erinnerung: Druck melden: 150 bar / 100 bar / 50 bar / (0 bar)]
    • Umkehren
    • Gruppe: Auftauchen, Deko-/Sicherheits-Stopps, Vorsicht beim Auftauchen
    • Verhalten an der Oberfläche (Jacket aufpumpen, …)
    • Ausstieg (Gewichte abgeben, nicht hintereinander auf der Leiter, …)
    • Restdruck, Sicherheitsreserve (50 bar)

4.3.7 Checkliste: Vor dem Tauchgang

  • Tauchflasche: Gurt fest, Ventil offen?
  • Anzug: Vollständig und geschlossen?
  • Jacket: Geschlossen?, Atemregler und Finimeter frei,
  • Flossen, Taucherbrille
  • Gewichte, Jacketgewichte, Bleigürtel (Tachen/Schnallen geschlossen?)
  • Computer, Taucheruhr, Kompass, Messer, …
  • Lampe(n), Kamera, …
  • Sonderzubehör, Ersatzteile (Flossen-/Maskenband), …
  • Finimeter und Flaschendruck prüfen
  • Atemregler prüfen
  • Kompass prüfen
  • Jacket aufblasen
  • Orientierung (ggf. nützlich für Rückweg finden):
    • Lage Boot zur Küste und zum Tauch-Gebiet
    • Überlegungen zum Tiefenprofil.
      Tiefenprofil "Hintauchen" aktiv merken (z.B links wird es flacher).
    • [Sonnenstand "Hintauchen" aktiv merken (z.B Sonne vorne-rechts).
    • Himmelsrichtungen (Boot-Tauchgebiet, Küste-Tauchgebiet)
    • Himmelsrichtung "Hintauchen" aktiv merken und auf Kompass einstellen
  • Buddy-Check:
    • Tauchpartner überprüfen.
    • Mit Equipment vom Tauchpartner vertraut machen (Jacket, Atemregler, …)
    • Markante Ausrüstungsgegenstände am Partner merken.

4.3.8 Checkliste: Einstieg

  • Taucheruhr: Uhrzeit ablesen und Lünette einstellen
  • Jacket aufgeblasen?
  • Hand auf Maske und Atemregler
  • Sprung oder Rolle ins Wasser
  • Auftauchen und OK-Zeichen geben
  • Einsprungstelle frei machen
  • Erste Orientierung (Boot, Land, Tauchgebiet)
  • Gruppe aufsuchen

4.3.9 Checkliste: Abtauchen

  • Blickkontakt zum Buddy und Gruppenführer
  • OK-Zeichen, Abtauch-Zeichen
  • Luft aus Jacket lassen, abtauchen
  • Frühzeitig mit Druckausgleich beginnen.
    Bei Problemen frühzeitig etwas höher gehen.
  • Taucher unter-, neben und über einem beachten (Kollission/Luftblasen/Flossenschlag)
  • Orientierung herstellen
    • Sobald man von "oben" etwas sehen kann, markante Geländepunkte merken.
      Boot, Einstiegspunkt, Ankerkette, Gelände-Formationen, usw. (das erleichtert später das zurück kommen).
    • Himmelsrichtung prüfen (wo ist das Boot, wo das Land, wo will ich hin?)
    • Beim Lostauchen markante Geländepunkte merken, ggf. auchmal umdrehen und von der Rückkehr-Richtung aus betrachten (das erleichtert später das zurück kommen).
  • ggf. mit Sicherungseinrichtungen vertraut machen (5 m Leine, Zusatzflasche, …)
  • Equipment prüfen
    • Luftdruck OK?
    • Schläuche OK?
    • Taschen, Lampen, Kamera, usw. OK?
    • Gurte (Jacket, Blei, Flossen) in der Tiefe ggf. nach-justieren
    • Check Tauchcomputer, aktuelle Uhrzeit und Tiefe
  • Buddy
    • Suchen und neben ihn in Position gehen
    • OK-Zeichen fragen und abgeben
    • Position in Gruppe aufnehmen

4.3.10 Checkliste: Tauchgang

  • Bei Gruppenführung:
    • Einfache Routen bevorzugen (entlang Riff, wenig Richtungsänderungen, …)
    • Gruppe zusammen halten
    • Gruppen-Vollständigkleit kontrollieren
    • Luftdruck und Wohlbefinden (OK) aller Gruppenmitglieder regelmäßig kontrollieren
    • Tauchzeit und Umkehr-Zeitpunkt beachten
  • Tief anfangen, dann langsam flacher tauchen
  • schnelle Höhenänderungen vermeiden
  • Richtung im Auge behalten (Riff, Tiefenprofil, Kompass)
  • Strömung, Sicht, mögliche Gefahren beachten
  • Buddy im Auge behalten, idealerweise an der selben Seite bleiben

4.3.11 Checkliste: Rückweg

  • Rückweg rechtzeitig antreten.
    Dabei Luftvorrat, Luftreserve, Strömung, Anstrengung, Temperatur, Gefahrenlage, usw. beachten.
  • Buddy und ALLE Gruppenmitglieder informieren
  • Orientierung an Himmelsrichtung und Gelände
  • Nach Umkehr überprüfen ob Buddy und ALLE Gruppenmitglieder auch mitkommen
  • Eigenen und den Luftdruck aller Gruppenmitglieder regelmäßig überprüfen
  • Für Rückweg möglichst eine geringere Wassertiefe wählen, ggf. weiter falcher werden
    (Neben einer höheren Sicherheit gewinnt man so auch an Tauchzeit und Übersicht)
  • Zielgebiet (z.B. Boot) möglichst zügig aufsuchen, das verringert ein Riskio beim Verirren.

4.3.12 Checkliste: Auftauchen

  • L A N G S A M auftauchen.
  • Tiefe ständig überprüfen und anpassen.
  • Jacketdruck ständig und frühzeitig anpassen.
  • Beim Auftauchen an Leine, Anker, Boje, usw. orientieren oder festhalten.
  • Taucher unter-, neben und über einem beachten (Kollission/Luftblasen/Flossenschlag)
  • Deko-Tiefen und Sicherheits-Stopp einhalten. Zusätzlich Computer beachten
  • Bei riskanterem Tauchprofil ggf. etwas längere Deko- und Sicherheits-Stopps einlegen
  • Bewegung fördert zusätzlich den Abbau von Stickstoff im Blut
  • Auf Gruppe und Buddy achten
  • Vor dem endgültigen Auftauchen
    • Auf Geräsche achten (Motorboot)
    • Rundumblick und nach oben sehen
    • Boot suchen, Lage des Bootes im Seegang beachten
    • Aus Sicherheitsgründen nicht zu nahe am Boot auftauchen
      (Motor, Schwojen, Seegang, Gegenstände die rein fallen, Personen die rein springen, …)
    • Blickkontakt zum Buddy, Handsignal zum Austauchen geben
  • An der Oberfläche:
    • Jacket aufblasen
    • Gefahren-AnalyseBoot (näherndes Boot, usw.)
    • Buddy suchen, Blickkontakt, OK-Zeichen
    • ggf. Schnorchel bereit machen
    • Gruppe, Boot bzw. Ausstieg suchen
    • Sicherer Rückweg zum Ausstieg, dabei auf Buddy achten

4.3.13 Checkliste: Ausstieg

  • Seegang, Schwojen und Motor des Bootes beachten!!!
  • N I C H T direkt unter jemandem Schwimmen der gerade aussteigt.
  • N I C H T direkt unter jemandem die Leiter hochsteigen.
  • Auf Möglichkeiten bei Ausstieg achten: ggf. Gewichte und Flossen abgeben
  • Auf Buddy/Gruppemnitglieder achten, bzw. unterstützen
  • Nach dem Ausstieg:
    • Jacket und Flasche ablegen, sichern
    • Auf Buddy/Gruppemnitglieder achten, bzw. unterstützen
    • Taucheruhr: Uhrzeit ablesen, Taichzeit ermittel und merken
    • Ausrüstung sichern und verstauen (Maske, Flossen, Gewichte, Kamera, Lampen(n), …)
    • Rest-Druck der Flasche überprüfen, merken und Flaschenventil schließen
    • Trinken (Tauchen entzieht dem Körper Wasser, da die Atemluft trocken ist)
    • Ausrüstung (ggf. in Absprache mit der Crew) für Folgetauchgang fertig machen

4.3.14 Checkliste: Wracktauchen

  • Zur Sicherheit Handschuhe, Messer und Lampe mitnehmen
  • Schläuche gut verstauen und regelmäßig kontrollieren (Hängenbeleiben vermeiden)
  • Tiefe des Wracks beachten
  • Strömungen um das Wrack beachten
  • Zustand des Wracks beachten
  • ggf. Vorsicht vor Lageänderung oder herunterfallenden Gegenständen (ggf. auch durch andere Taucher)
  • Vorsicht bei Höhenänderungen, häufig sind Aufbauten über oder unter einem.
  • Wrack möglichst nicht berühren (Abbrechen, scharfe Kanten, giftige Tiere, …)
  • Möglichst nicht in das Wrack hinein tauchen
  • Wracks sind häufig Unterschlupf für Fische und Fischschulen, aber auch für deren Fressfeinde, z.B. Muränen.
  • Achtung: Der Kompass kann durch das Wrack abgelenkt werden! Im Wrack ist er meist nutzlos.
  • Vorsicht: Häufig sind Leinen oder Netze am Wrack verfangen. Hängenbleiben vermeiden.
  • GGf. gesonderte Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, z.B. wegen Tiefe, Strömung, Aufregung, Risiko.
    z.B. größere Flasche für Gruppenführer, zus. Tank in 5 m Tiefe, geringere Grundzeit, …

4.3.15 Checkliste: Cenotentauchen

Cenoten sind dolinenartige "Wasserlöcher", die meist Zugang zu dem Unterwasserhöhlensystem in Mexiko oder Belize geben.

  • Das Wasser ist kälter, ggf. dickeren Taucheranzug wählen
  • Zur Sicherheit Messer, Lampe mitnehmen (ggf. gute Idee: Kopfhaube als Schutz)
  • VOR einem Cenoten-Tauchgang besonders gut austarieren (siehe auch Checkliste Tarierung), damit man kein Sediment aufwirbelt, nicht an die Decke stößt und die Cenote nicht beschädigt.
  • Schläuche gut verstauen und regelmäßig kontrollieren (Hängenbeleiben vermeiden)
  • Achtung: Das Wasser ist meist süß- oder Brackwasser
    D.h. man braucht weniger Blei (ca. 1 kg pro 30 kg Körpergewicht) als im Meerwasser. Bei 90 kg Körpergewicht also ca. 3 kg weniger Blei als im Salzwasser
  • Während des Tauchens:
    • Waagerecht und austariert tauchen, viel über die Atmung tarieren
    • Abstand vom Grund halten, vorsichtiger Flossenschlag (ggf. spezielle Techniken wie Grätsch-Schlag wählen), Sedimentaufwirblung vermeiden!
    • Immer auf den Kopf achten, Wassertiefe gleichmäßg halten, vorsicht bei Höhenänderungen und öfters vorsichtig nach oben sehen.
    • Nicht zu viel Luft ablassen (Luft schädigt die Cenote, kann darüberliegende Taucher stören oder zu Trübungen führen)
    • Häufig gibt es eine Sprungschicht (Halokline) mit damit verbundener schlechter Sicht
    • Immer am Licht der Cenote orientieren, zur Sicherheit nie zu weit vom Licht wegtauchen
    • NIE ohne Erfahrung und Ausrüstung in unbekannte Höhlen tauchen, Yucatan ist unterirdisch wie ein Schwamm und man kann sich SEHR schnell in den Verästelungen verirren.
    • Höhere Sicherheitsreserven einkalkulieren: Früher umkehren, höhere Sicherheits-Luftreserve
    • Bei Höhenänderungen in der Cenote auch hier langsam höher tauchen
    • Sofern Sicherheitsmaßnahmen vorhanden sind (z.B. Weg-Leine), diese immer im Auge behalten. Nie zu weit von der Leine entfernen und umgehend wieder aufsuchen
  • Nicht zu tief und zu lang tauchen. Dekomprimierung in einer Höhle ist am Rückweg nicht so leicht und flexibel wie im freien Wasser regelbar!
  • Möglichst nichts berühren (Zerstörung, Sedimentaufwirblung)
  • Tipp: Zurück in der Centote (mit vermutlich jeder Menge Rest-Luft zur Sicherheit) kann man diese bis zu den normalen 50 bar Sicherheitsreserve noch in der Centote verbrauchen

4.3.16 Checkliste: Tarierung

Eine gute Tarierung im Wasser ist wichtig.
Sie vermeidet dass man Schlamm, Schlick oder Sediemtne aufwirbelt, Korallen schädigt oder andere Taucher gefährdet. Außerdem ist nur so eine gute Fortbewegung unter Wasser möglich.
Aber wie tariert man sich richtig?

In der Theorie geht man VOR einem Tauchgang mit einer fast leeren Flasche ins Wasser und tariert sich so, dass man in einer ruhigen und senkrecht ausgestreckten Lage im Wasser OHNE Luft im Jacket etwa bis zur Augenhöhe absinkt (ist der Kopf draußen hat man zu wenig Blei, sinkt man tiefer ist, hat man zu viel Blei.

In der Praxis kann man das mit einer unbekannten Ausrüstung VORHER aber entweder gar nicht machen oder nur im Sußwasserpool (falsches Ergebnis) oder nur mit einer vollen Flasche möglich.
Soviel also zur Theorie.
Eine gute Idee ist es, das ggf. VOR dem Tauchgang auszuprobieren. Vorgehen.

  • Startgewicht für Salzwasser ermitteln
  • Anpassung an Körpergewicht
  • Anpassung an Stahl- oder Aluflasche
  • Anpassung an Süß- oder Salzwasser
  • Anpassung an Ausbildungsstand

Startgewicht für Salzwasser ermitteln:

Art des Taucheranzugs

Beginne mit folgender Menge Blei

Bsp. 70 kg

Bsp. 90 kg

Bsp. 110 kg

Badeanzug

ca. 0,5 - 2,0 kg

0,5 - 2,0 kg

0,5 - 2,0 kg

0,5 - 2,0 kg

3 mm Nassanzug (Shorty)

5 % des Körpergewichtes

3,5 kg

4,5 kg

5,5 kg

5 mm Nassanzug (Zweiteiler)

10 % des Körpergewichtes

7,0 kg

9,0 kg

11,0 kg

7 mm Nassanzug - mit Kopfhaube und Handschuhen

10 % des Körpergewichtes
+ (1,5 - 3,0 kg)

8,5 - 10,0 kg

10,5 - 12,0 kg

12,5 - 14,0 kg

Neopren-Trockenanzug

10 % des Körpergewichtes
+ (3,0 - 5,0 kg)

10,0 - 12,0 kg

12,0 - 14,0 kg

14,0 - 16,0 kg

Tauchen im Süßwasser:

Reduziere die Bleimenge im Süßwasser:

Körpergewicht

Bsp. 50 kg

Bsp. 70 kg

Bsp. 90 kg

Bsp. 110 kg

Reduziere im Süßwasser

2,0 kg

2,5 kg

3,0 kg

3,5 kg

Tauchen mit Aluflaschen:

Aluflaschen haben bei gleichem Innenvolumen eine dickere Wandung und damit ein größeres Außenvolumen und somit nach Archimedes ca. 2 kg mehr Auftrieb.
Es werden also ca. 2 kg mehr Blei benötigt als bei einer Stahlflasche.

Volle/leere Flasche:

Die Luft in der Flasche wiegt ca. 1.2 kg pro 1000 Liter. In einer 10 Liter-Flasche mit 200 Bar wiegt die Luft in der Flasche somit ca. 2,4 kg!

Flaschendruck [bar]

10 Liter

12 Liter

15 Liter

200 bar

2,4 kg

2,9 kg

3,6 kg

300 bar

3,6 kg

4,3 kg

5,4 kg

Alle Angaben sind ohne Gewähr auf Richtigkeit oder Vollständigkeit und dienen nur privaten Zwecken.